SILVESTER AUF SYLT | Mit frischem Wind ins neue Jahr


Wenn um 5 Uhr morgens der Wecker klingelt, man aufwacht und denkt "juhu, heute fahren wir nach Sylt", dann fängt der Tag schon super an. Nichts wie raus aus den Federn und die letzten Dinge erledigen. 
Wenn man dann beim Blick aus dem Fenster feststellt, dass in NRW das erste Mal Schnee gefallen ist und die Straßen glatt sind, dann wird die Vorfreude minimalst gedämpft.
Ein schneller Blick auf die Wetter-App bestätigt dir aber, dass das hinter Niedersachsen ganz schnell aufhört und dich an der Nordsee die Sonne erwartet. YEAH!


Meine Lieben, ich will euch nix vormachen, aber von NRW nach Sylt ist es ein ganz schön langer Weg. Mit Pausen waren wir ca. 6,5 Stunden unterwegs, ohne Stau und normalem Verkehr. Aber die Vorfreude trägt einen und wenn man dann auf dem Autozug ist, ist selbst das seltene Rückwärtsfahren (hatten wir vorher noch nie!) egal. Die Sonne schien, der Himmel war blau und der Wind trieb uns die frische Seeluft in die Nase. Und du hast nur noch eines im Kopf: Möglichst schnell einchecken und an die Lieblingsfischbude mit Blick aufs Meer! Gesagt, getan!



Gewohnt haben wir in einer kleinen, kuscheligen Ferienwohnung in einem Friesenhaus in Tinnum. Wie üblich, haben wir wieder über unseren bewährten Kontakt gebucht und wurden nicht enttäuscht. Und unsere Lilly war natürlich auch dabei!



Trotz Sonne, war es ganz schön kalt und sehr, sehr windig! Wir hatten zum Glück viele dicke und warmen Sachen eingepackt und waren genau richtig angezogen. Mit Schal, Mütze, Handschuhen, dicker Jacke und warmen Boots kann man das Wetter dann  so richtig genießen. Und wenn die Sonne um ca. 16 Uhr unterging, dann wurde es draußen richtig ungemütlich. Und nichts ist schlimmer, als auf Sylt zu sein und die falschen Klamotten eingepackt zu haben und zu frieren. Aber warm eingepackt, konnten wir die wunderschönen Sonnenuntergänge genießen.



Wir waren ganz viel Spazieren und haben uns einfach treiben lassen. Ein Kaffee hier, ein Fischbrötchen da und abends gerne mal ein Gläschen Wein. Da wir die Insel ja schon kennen,  haben wir auf Sightseeing verzichtet und neue Ecken für uns entdeckt.



Abends waren wir drei durch die viele frische Luft meist so geschafft, so dass wir schon früh ins Bett sind und uns so richtig ausschlafen konnten. Das hat zur allgemeinen Entspannung, Erholung und zum Wohlgefühl entscheidend beigetragen.



Das schöne an Silvester auf Sylt ist, dass nicht geknallt wird. Silvesterkracher und Raketen sind wegen der Reetdächer auf Sylt verboten - die Feuergefahr ist einfach zu groß. Darauf wurde im Radio auch immer wieder hingewiesen. Deshalb ist Silvester auf Sylt für Hundebesitzer natürlich eine super entspannte Alternative. Kein Geböller und Geknalle Tage vorher, so dass die Hunde schon ganz nervös werden. Nicht mal in den Geschäften wurden Knaller angeboten, ich habe zumindest keine gesehen. Dass dann aber doch geknallt wurde - und zwar am Strand - haben wir dann natürlich in der Silvesternacht gesehen. 


Den Silvesterabend haben wir relativ ruhig verbracht, was wir vorher gar nicht gedacht hätten. Wir waren in Wenningstedt in unserer Lieblings-Fischbude. Weil da immer gute Stimmung herrscht, hatten wir uns auf Party eingestellt. Silvester in lustiger Runde mit netten Leuten feiern, die man gerade erst kennengelernt hat. Das hatten wir uns so vorgestellt. Komischerweise war an dem Abend die Stimmung aber irgendwie mau und so richtig ins Gespräch kam man auch nicht. Daher haben mein Schatz und ich uns tief in die Augen und auch ein wenig ins Weinglas geschaut. Das neue Jahr wurde mit einer Open Air Lasershow auf der Promenade begrüßt und wir haben die frische Meerluft tief eingeatmet und die wilde Knallerei am Strand von Westerland aus sicherem Abstand bestaunt. Dort fand nämlich eine Open Air Party mit Live Musik und 10.000 Leuten statt. Ich war froh, dass wir nicht dort waren.



So sind wir dann (wein-)seelig um 01 Uhr ins Taxi gestiegen und haben uns nach Hause fahren lassen. Wir hatten das seltene Glück, einen gebürtigen Sylter als Taxifahrer zu haben, der uns bis zu unserer Wohnung nett unterhalten hat. Lilly hatten wir in der Wohnung gelassen. Und die netten Mieter unter uns hatten sich bereit erklärt, sich zu melden, falls sie zu sehr jaulen sollte. Aber der Anruf blieb glücklicherweise aus und Lilly konnte wohl die Silvesternacht etwas entspannter und weniger nervös erleben. Auf jeden Fall hat sie sich total gefreut, als wir wieder da waren und sich seufzend zwischen uns gekuschelt und weiter geschlafen.
Ich persönlich habe den etwas ruhigeren Start ins neue Jahr als Zeichen gesehen, es generell einfach mal ruhiger angehen zu lassen. Und dem ausbleibendem Kater am Neujahrstag war ich auch nicht böse.



Das neue Jahr beginnt mit dem traditionellen Neujahrsbad am Weninngstedter Strand. Um 14 Uhr laufen dort Hartgesottene und Sonstige mit wenig Bekleidung und viel nackter Haut über den Strand, um sich in die eisigen Fluten zu stürzen. Begleitet von den Zurufen hunderter Schaulustiger, der Küstenpatrouille und natürlich Fernsehen und Presse. Na ja, wer's braucht...
Und dann kam die Sturmflut mit hohen Wellen und noch mehr Wind!

Und da es unser letzter Tag auf Sylt war, haben wir natürlich noch mal alles mitgenommen. Den Abschluss sollte ein letztes Gläschen Wein in unserer Lieblings-Fischbude sein. Tja, und da haben wir sie dann getroffen. Ein super nettes und sympatisches Paar aus Hamburg. Unser Alter, unsere Wellenlänge und passenderweise auch mit kleinem Hund und ohne Kinder unterwegs. Wir hatten einen sehr schönen und lustigen Abend, an dem wir feststellten, dass beide Paare am Silvesterabend im gleichen Lokal waren, die gleiche Erfahrung gemacht haben und uns leider nicht getroffen hatten. Na ja, dann haben wir das kurzfristig nachgeholt... Seit dem weiß ich, das "Sylter Fischsuppe ohne Gräten" eine Mischung aus Korn, Sprite und 5 Krabben ist, die man aus Plastiktöpfchen trinkt...wisst ihr bescheid...
Huhu Katharina & Mark! Es war so ein schöner Abend mit euch! Liebste Grüße, natürlich auch an Nörpel! (Für alle anderen: Nörpel heißt der Hund.)


Mein Schatz & ich
Ja, und am nächsten Tag hieß es dann Abfahrt! Frau Oberschlau (das bin ich) hat ja gemeint, dass es besser ist, am Samstag zurück zu fahren. Weil ja am Sonntag alle wg. Ferienende und Arbeit zurück fahren und wir ja möglichst gut durchkommen wollen. So ist das nun mal, wenn man keine Kinder hat. Dann weiß man nicht, dass die Ferien dann noch gar nicht zu Ende sind und vor allem Samstags um 10 Uhr Bettenwechsel ist. Die Quittung haben wir dann auch gleich bekommen.
4,5 Stunden Wartezeit auf Sylt, bis wir endlich auf dem Shuttle zurück aufs Festland waren. Dann empfing uns mega schlechtes Regenwetter, was natürlich zähen Verkehr zur Folge hatte.
Ich sag es mal so: Nach 12 Stunden Rückreise waren wir dann endlich zuhause. Hätten wir vorher nicht so entspannte Tage gehabt, wären wir total entnervt angekommen.
Also merke: NIEMALS NIE Samstagsmorgens um 10 Uhr von der Insel abfahren. Entweder entscheidend früher oder später!
Begleitet wurde die Rückfahrt von aufmunternden Whats App Nachrichten, die von unseren neuen Freunden kamen. Wie schade, dass wir uns nicht früher getroffen hatten!



Trotz der katastrophalen Rückfahrt - Sylt sieht uns wieder! Und ich freue mich jetzt schon darauf und kann jedem einen Besuch der Insel empfehlen. Entweder man liebt sie, oder nicht. 
Bei mir ist es die große Insel-Liebe!

Falls ihr noch mehr Sylt-Impressionen, Urlaub mit Hund auf Sylt oder Infos haben möchtet, dann schaut auch noch diesen Post von mir an. 

Ganz liebe Grüße & habt ein kuscheliges Wochenende!
Bei dem Sturm draußen kommt es mir fast ein wenig so vor, als wäre ich noch auf der Insel...

Rahel ♥

PS: Wer wissen möchte, wo und wie wir gebucht haben oder sonstige Fragen hat, der kann sich gerne per Mail bei mir melden.